Allgemeine Informationen zum Shugden-Konflikt

In einem innerbuddhistischen Konflikt beschuldigen einige westliche Buddhisten, die einer bestimmten Sekte des tibetischen Buddhismus angehören, den Dalai Lama der „Lüge“, der „Unterdrückung von Religionsfreiheit“.

Solche Vorwürfe an den Friedensnobelpreisträger zu richten, ist natürlich spektakulär und wird auch benutzt, um in die Medien zu kommen. Sie werden genutzt, um komplexe buddhistische Zusammenhänge auf grobe Schlagzeilen zu reduzieren. Der Hintergrund ist aber äußerst vielschichtig.

Fakten: Der Dalai Lama hat das „Anrufen/Praktizieren des „Schutzgeistwesens Dorje Shugden“ nicht verboten oder untersagt. Dazu hätte er formal auch gar nicht die Befugnis, da die Stellung des Dalai Lama als religiöses Oberhaupt keine exekutiven Funktionen beinhaltet.

Allerdings schließt er aus, Menschen, die diese Praxis ausüben, als seine Schülerinnen oder Schüler anzunehmen. Denn er sieht die Gefahr, dass der Buddhismus mit seinem tiefen Gehalt auf die Anbetung einer einzelnen Schutzgottheit reduziert wird. Darüber hinaus ist es die Auffassung des Dalai Lama, daß dieser Kult, dessen Wurzeln in das 17. Jahrhundert zurückgehen, sektiererisch ist und die Harmonie der tibetisch-buddhistischen Traditionen untergräbt. Der Dalai Lama steht für einen weltoffenen, nicht-dogmatischen Buddhismus. Die Demonstranten interpretieren diese feste Haltung des Dalai Lama jedoch als Verbot. Es liegt aber im freien Ermessen der tibetisch-buddhistischen Klöster und buddhistischen Zentren sowie der Praktizierenden selbst, ob sie seinem Rat folgen oder nicht. Verbote gibt es nicht. So hat sich der Dalai Lama auch immer wieder offiziell geäußert.  

Weitere detaillierte Informationen entnehmen Sie bitte unter:
http://www.tibethaus.com/buddhismus/shugden-konflikt.html